Allgemein
|
Gut zu Fuß um die Stadt Um sie herum schmiegt sich satt der Pfälzerwald, neben der Bahnlinie plätschert die Rodalb durch das Städtchen. Seit 1963 mit Stadtrechten bedacht, zählt Rodalben heute 7542 Einwohner und ist Sitz gleichnamiger Verbandsgemeinde.
Die Bärenhöhle kennt hier jeder.
Da kann man ruhig seine Wanderkarte zuhause vergessen. Man kann ja fragen. Axel Hollerith etwa, den Wirt der Gaststätte „Am Spiegelbrunnen“, nicht weit vom Bahnsteig, der nicht nur eine kleine Karte zur Hand hat, nein, der sogar ein paar Meter mitgeht und dabei den Weg bis zum Waldrand beschreibt. Dass Leute zum Wandern kommen, daran ist man hier gewöhnt. An ihre Fragen ebenso. Meist geht es um den Felsenwanderweg, der sich mit seinen bizarren Formationen 46 Kilometern um die kleine Stadt windet, der in Etappen erwandert werden kann und mit dem Zigeuner- oder dem Bruderfelsen lockt - oder mit der Bärenhöhle, der größten Buntsandsteinhöhle in der Pfalz. Die liebliche Lage im Pfälzerwald ist das Pfand, mit dem das Idyll in der Talaue der Rodalb wuchern kann. Die von den Menschen geschätzt wird, die hier leben – und Naturfreunde, Wanderer und Radfahrer auf einen Besuch einlädt. Dass vor dem Fremdenverkehr einst die Schuhfabrikation in Rodalben blühte, daran erinnert heute nicht viel mehr als die Deutsche Schuhstraße. Stadtbürgermeister Wilhelm Matheis entsinnt sich: An die 1960er-Jahre, als die Eltern seiner Klassenkameraden fast ausnahmslos in der örtlichen Schuhproduktion beschäftigt waren. Mit 6000 Einwohnern zählte die Stadt damals immerhin 60 solcher Betriebe. Geblieben sind zwei Schuhläden – und die Erinnerung. Matheis ist stolz auf die Geschichte der Kleinstadt, deren Geschicke er seit sieben Jahren führt. Nostalgischen Gefühlen gibt er jedoch nicht mehr Raum als nötig. Der 56-Jährige blickt nach vorne. Auf das Potenzial von Rodalben. Die Neubaugebiete „Langenbach“ und „Hanauisches Eck“ etwa, das künftige Gewerbegebiet „ Grünbühl“, auf dessen Areal von 74,5 Hektar auch ein Photovoltaik Park entstehen soll. Noch sind diese Pläne „Zukunftsmusik“, sagt Matheis. Und auch wenn er die Versäumnisse der vergangenen Jahre bedauert, sieht er seine Heimatstadt wachsen: um 35 Bauplätze, die gerade im „Langenbach“ entstehen, um nochmals 70 im „Hanauischen Eck“ im Stadtteil Neuhof – in dem, wie in Heide, auch bisher schon rege gebaut wurde. Und wo ein Haltepunkt der Bahn geplant ist. Im Blick behält Matheis auch die Ortsmitte. Ist froh, dass sich für leer stehende Geschäfte bislang flott Nachfolger finden und beschreibt eine gutaufeinander abgestimmte Infrastruktur: den Wasgau-Markt und zahlreiche Läden inmitten der Stadt, daneben Restaurants und Cafés. Zwar gibt es das nächste Kino in Pirmasens (zehn Minuten mit dem PKW). Doch bietet das Volksbildungswerk Rodalben verschiedene kulturelle Veranstaltungen übers Jahr, vor allem während der Theatersaison im Herbst/Winter. Die Jugend trifft sich im selbstverwalteten Jugendhaus zu Konzerten, auf Fußballplätzen oder der Skateranlage. Neben der holzverarbeitenden und der chemischen Industrie in den Gewerbegebieten und den Autohändlern, ist laut Matheis das St. Elisabeth-Krankenhaus mit 190 Betten und 400 Arbeitsplätzen größter Arbeitgeber. Mit drei Alten- und Pflegeheimen, Betreutem Wohnen sowie dem Altenzentrum im Alten Rathaus gibt es gute Angebote für Senioren.
|
|
|